Oettinger

Da hat sich mal wieder jemand was geleistet. In der Vermutung, Fakten völlig zu verdrehen stellt er einen Täter (Filbinger) als Opfer dar. Dreisterweise behauptet er auch noch, der Täter sei gar kein Täter gewesen, denn er habe ja nie was getan. Applaus kommt dafür aus der vermuteten Ecke: Rechts-konservative, die sich mit der Kapitulation wohl nie abgefunden haben, Ewig-Gestrige, die sich auf christliche Werte berufen, und dabei übersehen, dass das Wort “Wert” mehr impliziert, als nur vier aneinandergereihte Buchstaben zu sein.

Es kann nur wenige Reaktionen geben. Möglicherweise muss Oettinger zurücktreten. Er muss darstellen, dass er sachlich falsche Informationen als richtig dargestellt hat. Dabei reicht es nicht aus, von Missverständnissen zu reden, oder gar zu glauben, die Rede sei nur rein privater Natur gewesen. Er muss sich darüberhinaus bei denjenigen entschuldigen, die er mit seiner Rede verletzt hat (Widerstandskämpfer, Angehörige von Filbingers Opfern, etc.).

Er muss darüberhinaus klar stellen, dass seine eigenen Verteidiger sich mit ihren Behauptungen, er habe Filbinger ausgewogen dargestellt, selbst ins Abseits gestellt haben. Er wird zugeben müssen, dass Filbinger ein Täter gewesen ist.

Solange er diesen Katalog nicht erfüllt, muss er sich wenigstens als Geschichtsklitterer beschimpfen lassen. Er muss wissen, dass jemand wie er nicht in unsere Gesellschaft passt. Und er muss wissen, dass, solange seine Entschuldigungen nicht umfassend genug sind, seine Partei unwählbar ist, und als eine dem Nationalsozialismus nahestehende verfassungsfeindliche Vereinigung anzusehen ist.

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Nun mal nur so...
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