Monthly Archive for July, 2006

Schrumpfrente!

Es ist mittlerweile schon eine Zeit her, da handelte sich die Bild-Zeitung massive Kritik ein, als sie von “Schrumpfrente” sprach. Die Kritik, die in manchen Punkten völlig berechtigt ist, war aber bereits damals verfehlt. Denn die Details mögen nicht gestimmt haben, das Bild, welches von der Bild-Zeitung gezeichnet wurde, war aber alles andere als falsch, denn es besagte, dass die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft wesentlich weniger Geld ausbezahlen kann.

Es sei nun heute auf diesen Spiegelbericht hingewiesen. Der Grundtenor des Berichts ist folgender: Junge Menschen werden in Zukunft nicht ansatzweise soviel Geld als Rente ausbezahlt bekommen, als sie einzahlen. Überlegt man, dass wir jungen Menschen recht alt werden, bedeutet dass offensichtlich, dass die Rente schrumpft. Nach einer sprachlichen Operation, der Wortzusamensetzung, entsteht ein Determinativkompositum: Schrumpfrente

Natürlich kann niemand die genaue Entwicklung der Renten vorhersagen. Man kann aber vergleichsweise verlässliche Näherungsangaben dazu berechnen. Und diese Berechnungen (oder Schätzungen) sind nicht sonderlich positiv – zumindest nicht für Menschen jüngeren Alters. Wenn der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Jürgen Papier, vermuten muss, dass die Renten unter Umständen beinahe verfassungswidrig werden könnten, dann fragt man sich zurecht, ob der Begriff “Schrumpfrente” nicht doch ein sinnvoller ist.

Bürgermeisterwahlen in Karlsruhe

So? Gestern sind sie also gewesen? Eine fabelhafte Wahlbeteiligung von 30,3% spricht mal Bände für die politische ‘Klasse’ in Deutschland. Wer keine Alternativen mehr zu dem ganzen Schwarz-Rot-Gedöhns mehr sieht, der geht wohl eben einfach nicht wählen. Mein persönlicher Grund, nicht wählen zu gehen war folgender: Ich bin mit der Berliner großen Koalition nicht einverstanden (soweit, dass ich meine Stimme keiner beteiligten Partei geben werde!). Die FDP, so gerne ich sie mag, betreibt derzeit eine Politik, die ich nicht gutheißen kann (v.a. im Bereich der Studiengebühren). Und, tja, die Grünen haben mich nicht erreicht mit ihren Zielvorstellungen für Karlsruhe. Von den anderen Parteien muss man wohl nicht reden.

Ich gebe aber auch zu, dass ich die Wahl vergessen habe. Wie ich oben aber schon dargelegt habe, konnte sie mir inhaltlich nicht wichtig sein.

Etwa 16% der Karlsruher haben sich einen ‘OB’ gewählt, der ihnen passt, dem Rest scheint er nicht zu liegen. Nicht Wählen zu gehen bedeutet nämlich nicht, heimlich für etwas zu sein, sondern es bedeutet, strikt gegen etwas zu sein, allerdings nur unter dem Gesichtspunkt, dass radikale Parteien am rechten wie linken Rand dem ‘Wähler’ auch nichts zu sagen haben. Die Vernunft gebietet längst, Deutschland den Bach runtergehen zu lassen.