Quo Vadis Bürgerrechte?

Wir leben in keinem Überwachungsstaat? Doch! Lieber etwas zuviel überwachen als zuwenig. Diese Devise gilt nun schon zu lange, und gipfelt dann wiederum in bizarrsten Vorstellungen:

Die SPD-Politikerin [Justizministerin Brigitte Zypries] hatte sich jüngst ebenfalls skeptisch gezeigt, ob die immensen Kosten für die Einführung der pauschalen Telekommunikationsüberwachung vom Staat getragen werden könnte. Laut Rotert kommen auf die Provider pro Unternehmen Anfangsinvestitionen in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro zu, während sich die Folgekosten auf jährlich rund zehn Millionen Euro belaufen dürften.

(Quelle: heise.de, letzter Absatz)

Oho: Der Staat will überwachen. Und die Unternehmen sollen zahlen. Mal überlegen:

Daß der Staat klamme Kassen hat, ist kein Geheimnis. Und daß wir – so sagen es viele Politiker – mit unserem Sozialstaat über unsere Verhältnisse leben, ist genausowenig ein Geheimnis. Nun kann der Staat seine Wünsche nicht mehr bezahlen, also zahlen die anderen; in diesem Fall anständige Unternehmen (die unanständigen auch…).

Also, wer soll zahlen? Richtig: Die Überwachten. Der Bürger. Die Kosten für die Investitionen werden von den Unternehmen auf ihre Kunden abgewälzt (in großen Teilen zumindest). Der Staat, der auch investieren muß, um diese Daten abzufragen, verlangt dann einfach mehr Steuern. Und so zahlt der Bürger für sein Überwacht werden. Und – das freut den Innenpolitiker ganz besonders – er zahlt auch noch dafür, daß er seine Rechte abgeben darf. Wunderschön. Vielen Dank.

Korrekt wäre nun, dem Staat zu entgegnen: “Der Staat soll nicht über seine Verhältnisse leben…”.

ein spektakulärer test

weil dieser eintrag über mein handy mit opera mini gepostet wird. ein test also, wenig mehr und dennoch vielversprechend. think about it, man! wo auch immer ich grade bin, ich kann einfach etwas posten. genauso mit emails. ich kann mittlerweile von überall her emails lesen und schreiben. dank sony-ericssons k750i.
sorry for this waste of time.

Videotelefonie – eine mögliche Zukunft

Zugegeben. Es ist Sonntag mittag und ich sitze zuhause. Und – wie soll ich es schreiben – ich ärgere mich. Ich ärgere mich, weil ich ein Buch aus einer Bibliothek brauche, die sich nicht in Karlsruhe befindet, sondern in München. Zum ausleihen eines Buches dort benötige ich jedoch einen Benutzerausweis, den ich nur direkt in München beantragen kann. München, Karlsruhe: Das Problem scheint ersichtlich.

Und eben in diesem Zusammenhang hatte ich eine Vision. Im Zeichen des Internets, des virtuellen Einkaufens und vielleicht des insgesamt virtuellen Lebens und Kommunizierens wirkt diese Pflicht zur persönlichen – realen – Präsenz anachronistisch. Und die Lösung für dieses Problem könnte in der Videotelefonie liegen: Man rufe nur bei der entsprechenden Stelle an, ist virtuell dort, und alle Formalitäten könnten über eine Unterhaltung via Videotelefon abgewickelt werden. Dank eines weiteren Datenkanals, der bei dieser Technik vorzusehen ist, könnten Dokumente ausgetauscht werden, und somit auch der Postweg entfallen, könnten doch Ausweiskopien (dazu gleich mehr), Bescheinigungen und ähnliches mit zwei Klicks “über die Theke gereicht werden”.

Es braucht nicht mehr viel, um diese Vision Realität werden zu lassen. Es wird allen voran die digitale Unterschrift benötigt. Dazu kommt noch die Forderung an die weitestgehende Fälschungssicherheit der Videodaten, also eine Garantie dafür, daß die Videodaten, die empfangen werden auch tatsächlich live und unverändert von der Gegenstelle empfangen werden. Eine Videoverbindung, bei der die eine Stelle live, die andere aber (über welche technischen Tricks auch immer) manipulierte, veränderte oder schon zuvor aufgenommene Bilder überträgt, wäre kaum mehr durch das Attribut “verlässlich” zu kennzeichnen.

Der heutige Personalausweis könnte automatisch auch als digitale Variante an den Bürger übergeben werden. Damit würden (endlich!) analoge Kopien des Ausweises hinfällig werden. Es bedürfte nur eines Klicks innerhalb des Programmes, und der Ausweis wäre als Kopie übertragen (die Kopie wäre nicht identisch mit dem digitalen Ausweis!).

Eine offene Videotelefonie-Plattform wäre außerdem für diese meine Vision nötig. Dies dafür, daß verschiedene Möglichkeiten des Anschlusses auf beiden Seiten möglich sein müssen. Ein öffentlich zugänglicher Automat zum Beispiel, oder auch ein einfaches Programm, das auf einem Computer läuft, genauso wie eine kleine “Videotelefoniebox” die in der Wohnung steht.

Die Möglichkeiten einer solchen Technik wären immens! Man stelle sich nur vor:

  • Virtuelle Sprechstunde beim Arzt, Dozent oder aber auch beim Bundestagabgeordneten.
  • Videokonferenzen einer Referatsgruppe
  • Virtuelle Tutorien oder Gremiensitzungen
  • Und so vieles mehr!
  • Und das beste daran: All dies wäre von überall her möglich. Keine Ortsbindung mehr! Nur noch die gemeinsame Zeitbindung!

Vielleicht als einzige entscheidende (technische) Voraussetzung wäre ein breitbandiger Internet-Zugang zu nennen.

Ich gebe zu, daß dies alles hier vielleicht zu technik-euphorisch ist. Ich gebe zu, daß diese Vorstellung vielleicht keine schnelle Realisierung erfahren kann. Aber ich betone: Es ist möglich. Ich wiederhole: Es ist möglich!