Wahrlich, es ist nicht der Rede wert, hier nun zu notieren, daß die Vertrauensfrage unseres zukünftigen Ex-Kanzlers gescheitert ist. Zumindest im strengen Sinne, hat er doch bei der Vertrauensfrage die nötige absolute Mehrheit nicht erhalten.
Trotzdem notiere ich dieses Ereignis, damit in hunderten von Jahren die Archäologen etwas zu entschlüsseln haben. Und sie werden sich wundern, daß sie in dieser Quelle über alle zeitlichen Grenzen hinweg gegrüßet werden, daß ich ihnen entgegen rufe: “Seid gegrüßt ihr Archäologen! Es gibt nichts besonderes bei uns zu sehen oder über uns zu lernen. Wir sind nur ein Seufzer der Geschichte; wir weihen uns dem Untergang, den ihr vielleicht in euren Geschichtsbüchern einige Jahre von hier findet. Möge die Welt an unserem negativem Beispiel bestärkt werden, in kritischen Situationen einer archaischen Gesellschaft (nun, damit sind wir natürlich gemeint) nicht zu fliehen, sondern nachzudenken, und gemeinsam das Beste zu unternehmen, die Zukunft zu retten. Doch wir! Doch wir können nicht mehr denken. Wir konnten es nie! Und so gehen wir blind hinein – in den Untergang!”
Meine Rede an die Nachwelt in hunderten von Jahren. Schön sinnlos, wenn man drüber nachdenkt, aber dazu vielleicht einst mehr.