Kritik

(Auch) der angehende Literaturwissenschaftler soll von Literaturkritik Abstand nehmen, um seinen Beobachtungsgegenstand angemessen objektiv betrachten zu können. Nun, das ist mir in diesem Fall nicht möglich. Es trifft: Jean Paul. Genauer: Einen Satz aus seinem Roman Siebenkäs:

Ich wünschte, ich schweifte gelegentlich ein wenig aus; aber es fehlt mir an Mut.

Was fehlt an diesem Satz? Was klingt so, daß man sagen muß, der Verfasser sei in diesem Fall einer kritischen Besserung bedürftig?

Einfach: Es war einmal, vor langer Zeit, da war in der deutschen Sprache in manchen Fällen statt “aber” das Wort “allein” geläufig. Man möge sich den folgenden Satz auf der Zunge zergehen lassen:

Ich wünschte, ich schweifte gelegentlich ein wenig aus; allein es fehlt mir an Mut.

Klingt eben einfach besser.

About HG

Nun mal nur so...
This entry was posted in Weblog. Bookmark the permalink.

Comments are closed.