Mal wieder treiben mich die Gedanken zu unserem alten Papst – ohne ihn dabei zu sehr zu bewundern, versteht sich! Aber seine Worte, die er zum Schluß “gesagt” haben soll, vielleicht eher geschrieben, noch besser wahrscheinlich gekrakelt, haben es doch ein bißchen in sich:
Ich bin froh
seid ihr es auch
Bedenkt man die Situation, in der er gesteckt hat, schon wahrlich große Worte. So gering meine Bewunderung von Johannes Paul II. auch ausfallen mag, zwei Dinge waren an ihm schon zu bewundern:
- Wie er für seine Überzeugungen eingetreten ist; also weniger die Überzeugung selbst, sondern vielmehr wie beharrlich er versucht hat, diese in die Welt zu tragen. Das sollte jedem ein Vorbild sein.
- Wie eben geschrieben: Seine letzten Worte.
Mehr aber auch nicht.
Auch Spiegel online hat sich einmal mehr der Frage nach den Neuwahlen angenommen: Warum Köhler Nein sagen muss. Fest steht nun immer noch eins: In keinem Fall sollte man sich zu früh auf die Neuwahlen freuen, sie stehen auf sehr dünnem Eis. Besser sie kämen nicht, und versänken im Reich der Legenden: “Wie ein Kanzler sich aus der Verantwortung stahl”.
Grad hatte ich eine sehr spektakuläre, gleichzeitig aber sehr nette Ideen. Die hier jedoch mitzuteilen scheint mir doch unangebracht. Aber die Meldung muß getan werden.
Vielleicht wird man mich einmal, wenn mein betrunkenes Ich wieder redet und redet und redet und redet (…), Dinge sagen hören, die zu groß und zu einfältig sind um wahr zu sein – derjenige sei dann jedoch versichert, es ist mir Ernst, und er fühle sich aufgefordert diesem Eintrag zu gedenken, und er möge dabei vor Erstaunen aufhorchen, vergessen und: sehen.
Vertraut er seinem Kanzler nicht? Glaubt er nicht, daß Neuwahlen richtig sind? Dennoch wie recht er hat: Das ganze Problem der Neuwahlen muß vor das Verfassungsgericht. Und noch sicherer sollte Schröder zurück treten. Denn die Menschen hier in useren “blühenden Landschaften” haben das Vertrauen zu Schröder verloren. Sie werden ihn wohl nicht zum dritten Male wählen.
Also doch. Am Freitag wird unser Kanzler der Herzen die Vertrauensfrage an den Bundestag richten. Früge er das das Volk, so wäre sein Scheitern sicher. Daß Schröder noch einmal zur Wahl antreten will, ist daher nur Hohn und Spott auf das “einfache” Wahlvolk – ja, das sind wir.
Die vorrangige Frage lautet dennoch, ob die “Regierungsfraktionen”, also SPD und die Grünen, ihm noch vertrauen, oder aber vielleicht doch nicht? Scheitert die Vertrauensfrage, sprich er bekommt keine Mehrheit, so bedeutet dies, er genießt noch das Vertrauen der Fraktionen, immerhin folgen sie ihm in die sichere Opposition, und viele werden ihren Parlamentssitz räumen müssen.
Bekommt er das Vertrauen – so scheitert sein Vorhaben zu Neuwahlen zu gelangen, klar – aber gleichzeitig wurde ihm das Vertrauen entzogen: Die Parlamentarier vertrauen seinen Methoden nicht mehr, und lehnen Neuwahlen ab, und widersprechen so offen ihrem Kanzler.
Klingt fast ein bißchen danach, daß hier unser Grundgesetz willkürlich vergewaltigt und zerfleddert wird. Mein Kanzler – “I can walk!” … “We’ll meet again, don’t know where, don’t know when, but I know we’ll meet again some sunny day”
Ein kleiner Auszug aus einem Lied. Und dank meiner völlig beliebigen Zitatauswahl, die jenen Satz schön sinnentstellend aus dem Kontext zerrt, entsteht ein Satz, der sich auf alles und nichts bezieht, und von der Kriegsthematik des Liedes befreit ist, da Kriege in unserer – wenigstens meiner – Lebensrealität keine große Rolle spielen.
Tadaaaaa!
Well it won’t hurt to think of you as if you’re waiting for
This letter to arrive because I’ll be here quite a while
(aus: Belle and Sebastian – I Fought In A War.)
Wie wahr. Wie wahr…
Als österreichischer Rundfunk planst du nun, den nächsten European Song Contest abzusagen. Denn: “Um die Musik geht es ja offenbar nicht”. Das impliziert, daß du deinen Beitrag diesen Jahres – Global Kryner – für Musik gehalten hast. Dies jedoch wurde von den meisten anderen Europäern nicht so gesehen, denn der Eindruck blieb bestehen: Bei deinem Beitrag handelte es sich “ja offenbar nicht um Musik”.
(Auch) der angehende Literaturwissenschaftler soll von Literaturkritik Abstand nehmen, um seinen Beobachtungsgegenstand angemessen objektiv betrachten zu können. Nun, das ist mir in diesem Fall nicht möglich. Es trifft: Jean Paul. Genauer: Einen Satz aus seinem Roman Siebenkäs:
Ich wünschte, ich schweifte gelegentlich ein wenig aus; aber es fehlt mir an Mut.
Was fehlt an diesem Satz? Was klingt so, daß man sagen muß, der Verfasser sei in diesem Fall einer kritischen Besserung bedürftig?
Einfach: Es war einmal, vor langer Zeit, da war in der deutschen Sprache in manchen Fällen statt “aber” das Wort “allein” geläufig. Man möge sich den folgenden Satz auf der Zunge zergehen lassen:
Ich wünschte, ich schweifte gelegentlich ein wenig aus; allein es fehlt mir an Mut.
Klingt eben einfach besser.
Das ist fantastisch: Bei Yahoo Musik kann man sich kostenlos sein eigenes kleines Radioprogramm zusammenstellen. Und heraus kommt dann ein halbwegs passendes Programm, denn natürlich versucht Yahoo! (ohne das kritisieren zu wollen) seinen Musikshop zu promoten.
Zur Qualität: Mit DSL 2000 ist die Qualität wirklich akzeptabel, könnte aber vom (subjektiv wahrgenommenen) Klangbild etwas voller sein, vor allem Rock’n'Roll kommt manchmal recht schlecht rüber.
Möglichkeiten: Durch ständiges Bewerten der einzelnen Songs lernt der Sender immer weiter dazu. Dadurch wird die Musikauswahl (wahrscheinlich) immer besser. Und vor allem kann sich jeder Yahoo-Benutzer in den Sender einschalten.
Nachteil: Funktioniert nur mit dem ie-Browser. Schade. Und nach einiger Zeit freut man sich doch auf selbst ausgewählte Musik.
In solchen Zeiten fragt man sich schon einmal ganz gerne, wie es manche Menschen hier auf diesem kleinen Planten schaffen, einige Illusionen mit in ihre Zwanziger zu retten. Dies Geheimnis – wär’s mir vergönnt es zu wissen – es wäre mir ein Schatz.