Monthly Archive for June, 2004

Mal wieder was von mir

Nach einer ganzen Weile Schweigen möchte ich mal wieder zu dem geschätzten Publikum ein paar Worte richten. Tatsächlich könnte es recht lang werden. Allerdings, da ich es auch für mich als Erinnerung für später aufschreibe, ist mir das alles recht egal. Wer will, liest es, wer nicht will, der liest es nicht. So einfach ist das. Ich beginne mal heute, und arbeite mich durch die Zeit nach hinten, bis mir nichts mehr einfällt.

Seit heute arbeite ich an meinem Computer mit links. Mir ist aufgefallen, daß ich meine Zeit (vor allem mit Freecell) zu sehr verschwende, daß ich in diesem Spiel nur für die Statistik spiele. Ohne irgendeinen Sinn daraus zu ziehen. Damit ist es nun vorbei. Ich habe die Maus auf die linke Seite des Laptops Gott. Es funktioniert. Das kann niemand glauben, aber nach einigen Minuten geht es recht gut, etwas langsamer zwar als jahrelang gewohnt, aber es geht.

Davor hatte ich die Ehre, von Martin Walser “Tassilo oder das Gespenst von Gattnau” lesen zu dürfen. Es ist ein recht kurzes Stück (etwa eine gute Stunde Lesezeit), hat keine berauschende Handlung, keine übermäßige Sprache, aber ganz witzig, da einige gute Gedanken drin sind. Nachdem ich mir davor einige Wochen an “Madame Bouvary” von Gustave Flaubert die Zähne ausgebissen hatt, muß ich sagen, daß eben dieses Buch unglaublich ist. Gustave ist ein fantastischer Autor. Genial, einfach genial. Wohl aber für träumerische Menschen nichts. Er zerstört alles, Träume, Illusionen und hoffnungen. Aber der Abstieg eines Menschen ist immer wunderschön zu betrachten, und einige Abstiege sind einfach zu schön um wahr zu sein. Vor allem in Film und Buch.

Ich war äußerst zufrieden. Ich schloß das Fenster ohne zu speichern, oder zu senden. Der letzte Buchstabe erweckte Genugtuung in mir. Ich hackte Wörter in die Tastatur, dachte dies, dachte jenes, schrieb dieses, notierte jenes. Ich wollte antworten, denn er schien ganz sinnvoll zu sein. Vor ein paar Tagen hatte ich einen Kettenbrief vom Tim bekommen.

Schließlich bin ich vollends begeistert. (Die chronologische Reihenfolge ist nun wieder richtig, manchmal, wenn man so zurückdenkt, dann passiert das einfach, daß man die Ereignisse irgendwie aus einer ungewohnten Perspektive betrachtet, was natürlich nichts an ihnen ändert, und doch, es wirkt alles ungewöhnlicher, wenn man so in die Vergangenheit hineinblickt; doch sehen wir noch ein letztes Mal ins Angesicht unserer Vergangeheit, und wenden wir uns der Zukunft zu). Ja, ich bin gänzlich begeistert von einer neuen Sendung auf… NBC Giga. Einst, es waren noch die Zeiten des GAGA4U, war dieser Sender/Sendung recht dumm und blöd. Mittlerweile habe ich zweimal (witzig, wie schnell aus “einmal” “zweimal” wird. einfach ein “zw” davor, und weg mit dem “n”…) die neue Rubrick “Real” gesehen. In der ersten von mir rezensierten Sendung war ein Experte zum Thema Armut im Studio, der recht differenziert über das Thema gesprochen hat, und bereitwillig Zuschauerfragen beantwortet hat. Vor allem der Moderator konnte Punkten: Er ließ den Experten ausplaudern, wie lange der auch immer redenwollte. Wahnsinn!!! Selten, daß man so was mal sehen darf: Maischberger (fällt nach etwa 20 Sekunden jedem ins Wort), 2+4 (wer da länger als 10 Sekunden ohne von irgendjemandem unterbrochen zu werden reden kann ist entweder selbst Moderator der Sendung, oder der Fritze, der uns in der Werbepause was verkaufen möchte. Leider erden dort auch wirklich bedenkenswerte Reden unterbrochen, was weiterhin die Qualität stark mindert), etc. In der zweiten Show, die ich zum Teil gesehen habe, (das war heute, nun – zumindest in dieser Woche) war Wolfgang Thierse zu Gast. Welcher auch recht gute, tiefgehende Dinge vortragen konnte, ohne unterbrochen zu werden. Und dann natürlich der amerikanische Korrespondent. Gut, wen interessiert Amerika, oder was dort vor sich geht, aber dieser Journalist ist wirklich gut: Roger Horne. Auch er konnte je nach Frage einige gute Dinge beisteuern, und informierte, fernab des Gastes über Neuestes aus den Staaten. Vielleicht war es nicht ganz die totale Informaton, aber es ist ein Schritt in eine fantastische Richtung. Hier wird endlich mal versucht, Jugendlichen die Welt etwas näher zu bringen. Schön. Ich bin voll des Lobes über diese Sendung, und hoffe das Beste für sie.

Dann ging mein DVD-Player kaputt. Ein sehr schreckliches, Ereignis, zumal zwei Wochen zuvor mein großer PC mehr oder weniger kaputt gegangen ist. Wenigstens ist mein Laptop noch heil, aber das Zittern ist Groß. Ich blicke in die Zukunft und sehe: kaputter Verstärker, kaputter Monitor, geschrottetes Laptop, meine Kaffeemaschine (mein persönlicher Schritt in die Freiheit) röchelt vor sich hin, und zerspringt in alle Kleinteile. Der Backofen wird kaputt sein. Ich will ja nichts beschreien, aber ich glaube, daß dadurch, daß ich das geschrieben habe, die Mächte des Schicksals davon absehen. Sie müßten Sich ertappt vorkommen, würden sie es kaputtgehen lassen. (So kann man das Schicksal austricksen, perfekt).

Da ich nur das Schicksal austricksen musste, dies aber natürlich nur versteckt, es hätte mir sonst Sekunden vor meinem großen Plan einen Streich gespielt, und mir meinen Laptop gestohlen. Nun, da ich es geschrieben habe, ist die Gefahr gebannt. Vielen Dank an jene, die bis hier her gelesen haben. Danke dafür, es sei euch gedankt.

Milchshakes

Ein zumindest wie ich finde wunderschönes Gedicht.

Quelle: Before Sunrise

Autor: Mir unbekannt.

Tagtraum – Täuschung
Limosine – Augenwimper
oh Liebling mit dem hübschen Gesicht
lass eine Träne in mein Weinglas fallen
schau in die großen Augen
sieh was du mir bedeutest
süße kuchen und milchshakes
ich bin ein Täuschungsengel
ich bin eine Fantasyparade
ich will das du weißt was ich denke
will nicht das du weiterrätselst
und du weißt nicht woher ich komme
und du weißt nicht wohin wir gehen
verfangen im Leben wie Zweige im Fluß
immer weitertreibend im Sog des Stroms
So könnte es sein
Ich trage dich
und du trägst mich
Kennst du mich nicht
Kennst du mich wirklich noch nicht?