Monthly Archive for April, 2004

Wer verzweifelt ist, der…

Ein verzweifelt einfacher Versuch, den Begriff der Verzweiflung zu fassen!
Geschrieben von Tim Saborowski

Verzweiflung – Diese begriff spukte wie Hohn in seinem Kopf. Verzweiflung hatten sie zu ihm gesagt – Verzweiflung kenne er nicht. Was wussten sie schon. Er wusste, wenn er nur verzweifelt genug wäre, könnte er alles noch retten. (Zu seinem eigenen Pech wusste er nicht, das Taten aus Verzweiflung heraus meist keinen Ausweg bieten, sondern den Problemen nur einen neuen Fokus zuweisen!)

Aber war er wirklich verzweifelt, nunja das was in seinem leben klappen sollte klappte nicht und das was klappte, na ja davon wollte er irgendwie nicht das es klappt. Sicher fühlte er sich wie in einem riesigen viel zu tiefen Loch, und aus dem Loch konnte man höchstens erahnen das es irgendwo noch ein Licht gebe. Er war am Boden zerstört und fand nicht mehr den Anschluss. Den Anschluss? – an was überhaupt, an seine Mitmenschen? An sein Leben? Alles war für ihn zu Ende. Er war lethargisch, fast gelähmt, er hatte schon so oft versucht auszubrechen aus diesem Teufelskreislauf und war immer und immer wieder aufgestanden, doch dazu hatte er jetzt die Kraft nicht mehr.

Doch war er wirklich verzweifelt? Verzweifelt – Verzweiflung – das war alles das selbe. “Bin ich wirklich verzweifelt” fragte er sich immer wieder. Doch was bedeutet das überhaupt. “Verzweifelt – VER ZWEIFELT – VER ZWEI FE(h)LT?” Hatte das ganze etwas mit Zweifeln zu tun? Zweifelte er an seinem Leben und seinen Zielen? War es so das das Zweite in seinem Leben, das es lebenswert machte fehlte? Oder war er einfach nur verzweifelt. “Verdammt, wenn das alles nicht so kompliziert wäre.” Er begann zu laufen, musste irgendetwas tun um diese verzweifelte Wut des Aussichtslosen wegzubekommen. Er musste wieder denken können und sich nicht selbst blockieren.

Ob seine Verzweiflung den überhaupt echt sei fing er sich an zu fragen! Hatte er einen Grund zu verzweifeln. Sicher sein Leben war aus der Bahn geraten, aber war es gerecht gegenüber den Feuerwehrleuten die am 11. September 2001 verzweifelt um das Leben ihrer Mitmenschen kämpften. War es gerecht gegenüber den im Windows on the World im 107 Stock eingeschlossenen die von Rauch und Hitze gequält aus lauter Verzweiflung nur noch den Sprung in den Tod suchten! Durfte er dieses Wort benutzen im Wissen, das es Leute gab die sich selbst verletzen mussten, um überhaupt noch eine Emotion spüren zu können und die davon geplagt des Lebens so müde waren, das auch sie den einzigen Ausweg nur noch im Tod suchen konnten. Sich selbst verzweifelt zu meinen und immer wieder daran erinnert zu werden, das Leute die ihr Leben lieben mitten aus dem selbigen heraus gerissen werden und an einer Krankheit langsam zu Grunde gehen? Durfte er wirklich sich selbst als Verzweifelten betrachten.

Lange dachte er über diese Frage nach und kam sich klein und unbedeutend in dieser Welt vor, verzweifelt an der Welt und ihren Problemen.

Das Problem and er Sache war, mit diesen Gedanken sprach er den Leuten die Verzweiflung ab, die das wichtigste in ihrem Leben verloren haben, ihren nächsten Menschen, den sie lieben, ihre Zukunft, ihre Hoffnung. Nein so Exklusiv war Verzweiflung nicht. Er glaubte fest an das Recht für jedermann verzweifelt zu sein.

Ihm kam langsam die Erkenntnis – Verzweiflung musste etwas rein subjektives sein, etwas das für jeden Menschen in jeder Situation neu zu bestimmen war. Wenn sich die Realität zu weit von den Vorstellungen des eigenen Lebens entfernt hat, und es keine Aussicht darauf gab, dass sich die beiden annähern, ja das musste Verzweiflung sein.


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Ich weiß, der Text endet ziemlich aprupt. Bitte um Verbesserungsvorschläge, bzw. Möglichkeiten das drumherum auszubauen.

Danke an HG für die tolle Definition von Verzweiflung

Adioso TimiS

Unbenannt

Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich mich daran ergötze wie ein anderer Mensch – natürlich nur fiktiv – Menschen sterben lässt und ich es genüsslich lese, während ich an einem so schönen Sommertag wie heute, pfeifend, mit einem lächeln auf den Lippen durch die Stadt schlendere, um meine Bedürfnisse und Triebe nach neuem Besitz zu befriedigen, wie es nur bei uns in dieser einzigartigen postmodernen westlich industrialisierten Welt der Fall ist?

Sturm der Gezeiten

Kennt ihr die Stille, die herrscht, wenn Träume zerplatzen wie Regentropfen auf Sand? Träume einer vergangenen Zeit. Träume, früher echte – schöne – Träume, sich hingegen jetzt als Albtraum verkleiden, und sind es doch nicht, weil nur der Träumende sich ins Sein verändert hat, weil er nun verjagt, was er einst gejagt.

Nun schweigt der alte Traum aus der Vergangenheit, fordert sich selbst zurück. Was ist geblieben, von einst, was bleibt bei neuem Ziel? Das alte Reich ist gefallen, und nur die Stille bleibt, alles andere vergessen und verloren, wie aus einer anderen Zeit.

Wenn der Alltag nicht mehr bereit ist, Fragen nach dem “Warum?”, “Wofür?” und “Was tun?” zu beantworten. Wenn man nur noch lebt, und nur den eigenen Willen entscheiden läßt, Äußerliches oder Umgebendes nicht mehr als Anker des Seins taugen.

Das große neue Ziel zunächst nicht erreichbar ist, und die Zeit zur Unbestimmten wird. Die Welt von Stille erfüllt ist, der Weg gepflastert mit NICHTS ist, das bisherige Leben verwirkt ist, die Sinnstiftung in der Zukunft liegt, die Zeit aber unerkenntlich, ja nicht wahrnehmbar ist, und nur der Moment real erscheint, es aber nicht ist, da er von einer ausgelöschten Vergangenheit bedingt ist, dann die Stille ALLES sagt, und erneut verstummt.

Aus der Stille Gleichgültigkeit wird, gleichsam still doch anders laut umfaßt sie auch die Langsamkeit. Weckt auf aus den Träumen – nicht ganz. Läßt sie doch zurück eine noch verschlafene Seele, die sich nun berauscht an ihrem noch schlafenden Glück.

Doch die Schlaftrunkenheit lockt in falsche Fährten, vom Weg ab, und in das NICHTS.

Der Gleichgültigkeit entgegen ich mich werfe, freudestrahlend, taumelnd.

Vor Erregung zitternd, was mich erwarten mag, was sie parat hält für mich. SIE. Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt, die mich umgibt.

Provokationen und Reaktionen

“Und in diesem Buch müßte sie nur auf einem Himmelbett liegen, umgeben von einigen Männern…”

Eine Unterhaltung zweier Jugendlichen in einer Kneipe, Ausgangspunkt so mancher Orgien und Parties. Gut besucht an einem werktäglichen Nachmittag. Es schien sich aber mehr um einen Feiertag zu handeln – andererseits war es als Beweis der studentischen Kultur des Ortes anzusehen. An einem quadratischen Tisch saßen sie, aufgrund des geringen Platzangebotes dicht gedrängt mit weiteren Tischen, auf denen sich hauptsächlich Milchshakes und einige der angebotenen Biersorten befanden. Der eigene Tisch bot gerade genug Platz für große Kaffeetassen und einen großen – vollen – Aschenbecher.

“Korrekt. Das wäre der Ausgangspunkt eines Bestsellers, wie ihn die Literaturgeschichte noch nie erlebt hat. Vor allem aber müßten die Männer – ein paar Frauen wären gleichsam entschlossen in dem Zimmer – bereit sein, diese Frau einfach nur durchzuvögeln…”

Das letzte Wort, mit Bedacht lauter, für alle klar vernehmbar, ausgesprochen trat eine Lawine los. Wie Wind durch Büsche weht, Zweige in Wallung bringt, so erzwang dieser Orkan wildes Kopfwirbeln. Nervös, gerade das weibliche – gezwungenermaßen dazu erkorene – Publikum, zupfte sich am Ärmel des zu kurz geratenen Tops.

“Nein”, darum ginge es dem Manne nicht, zischte es aus der Richtung des einen Nachbartisches. Vor allem würde er seine weibliche Begleitung eher freundschaftlich betrachten, wiewohl er innerlich diesem Worte mit seiner heimlichen Liebe neben ihm nachgehen wollte. Die Bedeutung erkunden. “Nein. Was für Schweine!”, flüsternd entglitt es seiner Zunge.

“Unglaublich. Wie kann man nur…?”, leise säuselnd empörte sich die Anstandsdame, unwissend, daß ihr Begleiter die Worte aus ihrem Mund wie seinen eigenen Liebessaft aus ihrem Mund herauströpfelnd wahrnahm. Ihre eigenen Wünsche hatte sie nun im Stich gelassen. Sie war interessiert. Doch Worte des Anstands hatten längst aus ihrer gegenseitigen, heimlichen Liebe längst einen Ort des Grauens erschaffen. Geheuchelte Freundschaft hatte ihr beider Leben bereits vergiftet. So imponierten sie sich gegenseitig mit Ablehnung.

Auch Sekunden nach dem das teuflische Wort ausgesprochen wurde, wehte es immer noch durch die Luft. Eine weitere Tischgemeinschaft machte sich nun daran, die eigene Unzulänglichkeit zu überspielen.

“Arme Gestalten”, flüsterte eine armselige Gestalt, “Drüber reden, oder es tun. Da liegen Welten dazwischen”

“Die reden schon seit zehn Minuten so einen Müll daher.”, ereiferte sich eine weitere Anstandsdame, längst von Verlangen und Scham zerrissen.

Das Zischeln und Flüstern in der Umgebung ging noch ein wenig weiter, und wendete sich schließlich wieder anderen Dingen zu. Den Übeltätern war die Freude über all diese Reaktionen ins Gesicht geschrieben.

“Gestern mußte ich mal wieder meine Pornosammlung sortieren…” Ein weiterer Anschlag auf willige, und gleichzeitig frigide Existenzen hatte begonnen.

Fahne in den Wind

Kennt ihr das? Im einem Moment saen die Leute das eine, im anderen etwas anderes? Je nachdem wie es für sie grade einfacher bzw. passender ist. Ich flippe dabei jedesmal völlig aus. Wie kann man seine eigene Meinung so vernachlässigen?

Liebe Leser – hiermit fordere ich euch alle auf – geht euren Weg grade sagt das was ihr meint selbst wenn es auf Widerstand stößt.

Adioso und danke fürs Zuhören

euer TimiS

P.S.: Nur die Wahrheit schlagt sie den Leuten bitte nicht wie einen Waschlappen ins Gesicht sondern legt ise ihnen um die Schultern wie einen Mantel.